Ein Glaube - viele Aufgabenbereiche

Die folgende Darstellung basiert – anders als die Ergebnisrechnung im Jahresabschluss – auf dem Netto-Prinzip, das heißt, es werden nur die vom Erzbistum getragenen Kosten betrachtet. Zuschüsse der öffentlichen Hand für die Erbringung der beschriebenen Leistungen (insbesondere für Schulen, Bildung) wurden von den Aufwendungen abgezogen, ebenso wie ggf. erzielte weitere Erträge, zum Beispiel aus Teilnehmerbeiträgen. Damit wird deutlich, wozu die Kirchensteuermittel sowie die Kapitalerträge des Erzbistums eingesetzt werden.

Seelsorgeaufgaben werden zu einem großen Teil dezentral in den Kirchengemeinden wahrgenommen. Ein lebendiges Gemeindeleben ist die Basis der Kirche. Dafür erhalten die Kirchengemeinden Mittelzuweisungen für die Finanzierung der laufenden Sach- und Personalaufwendungen sowie Investitionszuschüsse.

Hinzu kommen vom Erzbistum finanzierte Personalaufwendungen, für Gemeindereferenten und Geistliche. Die Kosten für diese sogenannte territoriale Seelsorge haben mit über 150 Mio. Euro im Jahr 2014 einen Anteil von mehr als 50 Prozent an der Verwendung von Kirchensteuermitteln und Kapitalerträgen.

Neben der Gemeindearbeit findet Seelsorge aber auch an vielen anderen Orten statt. Diese Arbeit wird im Haushalt des Erzbistums Paderborn als kategoriale Seelsorge zusammengefasst. Etwa 5 Prozent der Aufwendungen fließen in diesen Bereich. Er umfasst beispielsweise die Krankenhaus- und Gefängnisseelsorge, die Ausländerseelsorge, die

Feuerwehr-, Polizei- und Notfallseelsorge. Im Bereich der Jugendarbeit fördert das Erzbistum unter anderem die Jugendverbände und unterhält die Jugendbildungsstätte Hardehausen. Die Unterstützung der Vielzahl katholischer Verbände sowie die Ehrenamtsförderung sind weitere Themenbereiche.

Das Erzbistum finanziert den Betrieb von 14 eigenen Schulen sowie von 5 Schulen in Stiftungshand. Hinzu kommen Zuschüsse für 12 weitere Schulen in Trägerschaft anderer katholischer Einrichtungen für Betriebskosten und Instandhaltung der Gebäude. Zusammen kostet dies nach Verrechnung öffentlicher Mittel jährlich rund 13 Mio. Euro aus Kirchensteuermitteln und Kapitalerträgen.

Die Aufwendungen für Bildung – 2014 rund 17,7 Mio. Euro – umfassen die fünf Erwachsenen-Bildungsstätten des Erzbistums sowie weitere Einrichtungen für Wissenschaft, Kultur und Bildung. Dazu gehören unter anderem das Erzbischöfliche Diözesanmuseum, das Institut für Religionspädagogik und Medienarbeit, das Johann-Adam-Möhler-Institut für Ökumenik sowie das Paulus-Kolleg für Studierende der Religionspädagogik an der Katholischen Hochschule NRW. Gefördert werden zudem die katholischen Bildungsstätten in mehreren Städten, die Theologische Fakultät, die Akademische Bibliothek sowie das Priesterseminar. Hinzu kommen Finanzierungsbeiträge für Ausstellungen des Diözesanmuseums (unter anderem die Ausstellung „Credo – Christianisierung Europas im Mittelalter“ im Jahr 2013) sowie verschiedene weitere Bildungsinitiativen. Allein in den Bildungsstätten werden jährlich Veranstaltungen mit rund 84.000 Teilnehmern durchgeführt. Sie sind wichtige Zentren der Familien- und Jugendarbeit und zeichnen sich durch ein breites Angebot für die verschiedenen Zielgruppen aus.

Bildungs­stätten und Exerzitien­ein­richtungen

EinrichtungStandortZweck
Katholische AkademieSchwerteBildungsstätte
St.-Klemens-KommendeDortmundBildungsstätte
Liborianum – Bildungs- und Gästehaus des ErzbistumsPaderbornBildungsstätte
Katholische Landvolkshochschule Anton HeinenWarburgBildungsstätte
Bildungs- und Exerzitienhaus St. BonifatiusWinterbergBildungsstätte und Exerzitienhaus
Jugendhaus im Erzbistum PaderbornWarburgJugendbildungsstätte

Mehr als 15 Mio. Euro hat das Erzbistum 2014 für die direkte Unterstützung der rund 500 geförderten Kindertagesstätten ausgegeben. Fast 30.000 Kinder werden dort betreut, davon rund die Hälfte aus katholischen Familien. Die Trägerschaft von etwa zwei Dritteln der Kindertagesstätten liegt bei sieben Betreibergesellschaften in der Rechtsform der gemeinnützigen GmbH, deren Mehrheitseigner die Gemeindeverbände sind. Etwa ein Drittel ist in Trägerschaft der Kirchengemeinden.

Der Bereich Soziales umfasst neben den Leistungen an den Diözesan-Caritasverband im Wesentlichen die Finanzierungsbeiträge für die verschiedenen Beratungsstellen. Dazu gehören unter anderem die Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstellen mit sieben Standorten sowie die Telefonseelsorge. Weitere Mittel fließen als Zuschüsse an Altenheime, Krankenhäuser und Hospize und andere caritativ tätige Rechtsträger. Mit Aufwendungen von fast 37 Mio. Euro ist der Bereich Soziales nach den Seelsorgeaufgaben das größte Tätigkeitsfeld.

Für überdiözesane Aufgaben stellt das Erzbistum Paderborn rund 18,4 Mio. Euro bereit. Dies beinhaltet auch das Engagement für die Weltkirche und die Soforthilfe bei Katastrophen.

Unter den Bereich Verwaltung fallen die Kosten der zentralen Abteilungen im Generalvikariat. Dazu gehören klassische Verwaltungsaufgaben wie das Rechtsamt, das Bauamt, die Personalverwaltung, Rechnungswesen und Finanzen, technische Dienste und IT sowie Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Dazu gehören aber auch zentrale Stellen der pastoralen Leitung, wie die Priesterbetreuung, Fort- und Weiterbildung oder Fachstellen für Liturgie und Ökumene.

Sonstige Aufwandsposten sind unter anderem Projektkosten, beispielsweise zum Meldewesen sowie zur Energieoffensive des Erzbistums.

Die Tabelle zeigt, gegliedert nach Aufgabenbereichen, die Aufwendungen, die das Erzbistum nach Verrechnung der hierauf jeweils entfallenden Erträge (insbesondere durch Zuschüsse zum Schulbetrieb) finanziert.

Aufgabenbereich
Tsd. Euro
Territoriale Seelsorge150.029,7
Kategorialseelsorge14.023,4
Schulen12.735,2
Bildung17.676,1
Kindertagesstätten15.055,6
Soziales36.784,6
Überdiözesane Aufgaben/Weltkirche18.402,7
Verwaltung Bistum19.691,7
Sonstiges3.968,7
GESAMT288.367,8