Ausblick

Trotz der derzeit positiven Entwicklung der Kirchensteuererträge ist zu erwarten, dass insbesondere die für die ländlichen Gebiete des Erzbistums prognostizierten starken Bevölkerungsrückgänge und die Wanderung in die großen Metropolen mittelfristig zu deutlichen Ertragsrückgängen führen werden. So wird in Teilen des Erzbistums ein Rückgang der Einwohnerzahl von bis zu 15 Prozent erwartet. Im Kreis Höxter und im Hochsauerland kann er in der Altersgruppe bis zu 5 Jahren mehr als 30 Prozent betragen.

Der Kirchensteuerrat hat die Entwicklung der Kirchensteuer für 2015 intensiv diskutiert. Basis der Überlegungen ist die Steuerschätzung des Bundes, die auf die Besonderheiten des Erzbistums anzupassen ist. Für das Jahr 2015 rechnet das Erzbistum Paderborn mit einem Kirchensteueraufkommen von 363,6 Mio. Euro. Ursächlich dafür sind die weiterhin gute wirtschaftliche Lage und der hohe Beschäftigungsgrad sowie deutliche Lohnsteigerungen infolge der Tarifabschlüsse. Mittel- bis langfristig erwartet das Erzbistum allerdings deutlich niedrigere Kirchensteuereinnahmen.

Hinsichtlich der staatlichen Zuschüsse zur Refinanzierung der Schulen ist die Situation derzeit stabil. Mittelfristig plant das Erzbistum die Gründung einer neuen Grundschule in eigener Trägerschaft. Eine Übernahme von weiteren Schulen ist derzeit nicht geplant.

Die Kapitalerträge sind geprägt von der Entwicklung der Renten-, Aktien- und Immobilienmärkte. Vor dem Hintergrund historisch niedriger Kapitalmarktzinsen rechnet das Erzbistum Paderborn mit deutlich geringeren Kapitalerträgen. Dies führt auch dazu, dass die gesetzlich vorgeschriebenen Pensionsrückstellungen sowie die Pensionsrücklage nachdotiert werden müssen.

Die Konkretisierung des Zukunftsbildes für das Erzbistum Paderborn wird sich in den kommenden Jahren auch auf die Finanzplanung auswirken. Die Entwicklung hat bereits begonnen, für einige Projekte wurden Budgets bereitgestellt. Der Rückbau nicht mehr benötigter Gebäudekapazitäten

sowie die Investition in Schwerpunktmaßnahmen und erforderliches Personal werden in Zukunft Aufgaben sein, auf die sich das Erzbistum heute bereits vorbereitet.

Im Bereich der Kindertagesstätten sind weiter steigende Aufwendungen zu erwarten. Die Zahl der Kinder dürfte zwar abnehmen, dafür wachsen der Umfang und die Intensität der Betreuung. Die Einrichtungen müssen dafür die personellen und baulichen Voraussetzungen schaffen.

Für das Erzbistum Paderborn war die Umstellung des Rechnungswesens auf handelsrechtliche Regeln ein wichtiger Schritt. Mit der Umstellung verbunden sind auch Erkenntnisse, die in die Zukunftsplanung einfließen und die Leistungsfähigkeit des Erzbistums für seine Aufgaben verbessern können. Dies geht einher mit der Umsetzung des Zukunftsbildes für das Erzbistum mit seinem Fokus auf Evangelisierung, Ehrenamt, missionarische Kirche und Weltverantwortung. Sie bilden gleichzeitig die Leitlinien für die künftige Bereitstellung der Finanzmittel.