Erläuterungen zur Ergebnisrechnung

Die Ergebnisrechnung (Gewinn-und-Verlust- Rechnung) des Erzbistums Paderborn stellt Erträge und Aufwendungen des Wirtschaftsjahres einander gegenuüber. Aus dem Jahresergebnis werden notwendige Rücklagen dotiert. Der verbleibende Betrag bildet das Bilanzergebnis.

Erträge

Die größte Ertragsposition sind die Kirchensteuern. Mit ca. 375,9 Mio. Euro machen sie rund 75 Prozent der gesamten Erträge aus. Darin enthalten sind auch die Erträge aus Clearing-Abschlagszahlungen. An die Finanzbehörden abgeführte Erhebungsgebühren werden als sonstige Aufwendungen verbucht.

Die Höhe der Kirchensteuererträge hängt ab von der konjunkturellen Entwicklung und dem damit verbundenen Lohnsteueraufkommen. Zudem prägt die Entwicklung der Mitgliederzahl, die durch demografische Effekte und Kirchenaustritte sinkt, die langfristige Ertragsentwicklung.

2014 stiegen die Kirchensteuererträge aufgrund der guten konjunkturellen Lage und des hohen Beschäftigungsgrades gegenüber dem Vorjahreswert um 3,4 Prozent. Dies hat den Mitgliederrückgang kompensieren können.

Die zweite wesentliche Ertragsquelle sind Zuweisungen und Zuschüsse der öffentlichen Hand für die vom Erzbistum betriebenen Schulen. Grundsätzlich trägt das Land 85 Prozent der anrechnungsfähigen laufenden Aufwendungen. Für die mietfreie Stellung der Gebäude sowie der Schulausstattung werden zusätzlich weitere 9 Prozent übernommen. Tatsächlich trägt das Erzbistum unter Berücksichtigung der laufenden Instandhaltungskosten insgesamt rund 13 Mio. Euro jährlich.

In den Zuweisungen und Zuschüssen sind Staatsdotationen und ähnliche Zuschüsse in Höhe von rund 4,4 Mio. Euro enthalten.

Entwicklung der Mitgliederzahl

20142013
Kirchenmitglieder zum 1. Januar
1.581.3431.596.405
Taufen
9.95610.191
Bestattungen
-16.484-17.739
Austritte
-10.471-8.364
Sonstige Veränderungen*
650850
Kirchenmitglieder zum 31. Dezember
1.564.9941.581.343

Die sonstigen Erträge beliefen sich im Jahr 2014 auf insgesamt 29,5 Mio. Euro. Davon entfielen 8,4 Mio. Euro auf die Auflösung von Rückstellungen. Weitere Erträge stammen aus Mieteinnahmen (5,0 Mio. Euro) und Erstattungen von Personalkosten (4,9 Mio. Euro). Hinzu kommen Rückforderungen von Zuschüssen sowie Kurs- und Beherbergungsgebühren der Tagungshäuser. Aus Spenden und Kollekten wurden rund 1,1 Mio. Euro erlöst.

 

* Eintritte, Wiederaufnahmen, Zuzüge bzw. Abwanderung

Aufwendungen

Zuweisungen und Zuschüsse an Kirchengemeinden, Kindertagesstätten und die Caritas bilden rund 45 Prozent der Aufwendungen und sind damit die größte Aufwandsposition in der Ergebnisrechnung. So erhalten die Kirchengemeinden und Gemeindeverbände Schlüsselzuweisungen zur Deckung ihrer Aufwendungen. Darüber hinaus gibt das Erzbistum Investitionszuschüsse für Bau- und Instandhaltungsmaßnahmen. Gleiches gilt für die rund 500 Kindertagesstätten.

Mit den Zuschüssen an den Caritasverband stellt das Erzbistum Mittel für die übernommenen caritativen Aufgaben zur Verfügung.

Die zweitgrößte Aufwandsposition sind die Personalkosten. Löhne und Gehälter summieren sich auf 107,2 Mio. Euro. Hinzu kommen 51,8 Mio. Euro für Sozialabgaben und Aufwendungen für die Altersversorgung.

Zum Jahresende 2014 beschäftigte das Erzbistum Paderborn 3.165 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter; zu jeweils rund einem Drittel Lehrerinnen und Lehrer, Priester und sonstige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im pastoralen Dienst sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der verschiedenen Einrichtungen und der Verwaltung.

Aufwendungen aus Zuweisungen und Zuschüssen

Tsd. Euro
Kirchengemeinden und Gemeindeverbände
104.728,4
Kindertagesstätten
15.055,6
Diözesan-Caritasverband
19.339,2
Mission, Weltkirche sowie Entwicklungs- und Katastrophenhilfe
4.328,5
Kategoriale Seelsorge
7.451,0
Sonstige kirchliche Einrichtungen
9.836,4
Nicht bistumseigene kirchliche Schulen
1.770,8
Sonstige Aufgabenbereiche
20.878,8
SUMME
183.388,7
Mitarbeiter des Erzbistums Paderborn

31.12.2014
in den Schulen in Trägerschaft des Erzbistums Paderborn1.020
     davon Lehrerinnen und Lehrer in einem beamtenähnlichen Dienstverhältnis768
     davon Lehrerinnen und Lehrer in einem Angestelltenverhältnis194
     davon Sonstige (z. B. Hausmeister, Schulsekretärinnen, Raumpflegerinnen etc.)58


im Bereich Laien des Erzbistums Paderborn
1.003
     davon im Generalvikariat
360


im Pastoralen Dienst des Erzbistums Paderborn
1.142
     davon Priester
696
     davon Diakone im Haupt- und mit Zivilberuf
135
     davon Laien im pastoralen Dienst
311
GESAMT
3.165

Die planmäßigen Abschreibungen auf Sachanlagen beliefen sich im Jahr 2014 auf rund 8,0 Mio. Euro.

Die Sonstigen Aufwendungen von insgesamt 57,9 Mio. Euro enthalten 10,4 Mio. Euro Abschreibungen auf uneinbringliche Forderungen gegenüber kirchlichen Einrichtungen. Knapp 10,4 Mio. Euro betrugen die

Hebegebühren der Finanzverwaltung für den Einzug der Kirchensteuer (3 Prozent der Kirchensteuererträge). Eine weitere wesentliche Aufwandsposition sind Instandhaltungsmaßnahmen mit 7,0 Mio. Euro. Hinzu kommen EDV-Kosten, Mieten, Leasingraten und Gebühren, Versicherungsbeiträge, Kosten für Energie- und Wasserverbrauch, Reinigungskosten sowie eine Vielzahl weiterer Kostenpositionen.

Finanzergebnis

Das Finanzergebnis umfasst auf der Ertragsseite die Ergebnisabführung der Beteiligungen. Nur die Siedlungsgesellschaft „Am Bilderstöckchen“ GmbH schüttet ein Ergebnis aus.

Mit den vom Erzbistum selbst verwalteten Anlagen in festverzinsliche Wertpapiere höchster Bonität und den extern verwalteten Immobilienfonds wurden Erträge von 56,9 Mio. Euro ausgeschüttet. Dies entspricht einer durchschnittlichen Buchwertrendite von 1,8 Prozent.

Berücksichtigt man die nicht ausgeschütteten Erträge aus den extern verwalteten Teilen des Wertpapiervermögens, so ergibt sich eine Gesamtrendite von 3,1 Prozent.

Das Finanzergebnis wird geschmälert durch die gesetzlich vorgesehene Aufzinsung von Rückstellungen und Darlehenszinsen in Höhe von 19,0 Mio. Euro.

Jahresüberschuss und Ergebnisverwendung

Aus dem operativen Ergebnis von 49,7 Mio. Euro und dem Finanzergebnis ergibt sich ein Jahresüberschuss von insgesamt 91,4 Mio. Euro. Hieraus wurden zunächst die Rücklagen dotiert. Hierzu gehört insbesondere die Zuführung von 69,5 Mio. Euro zu den Pensionsrücklagen, die aufgrund der Anpassung des zugrunde liegenden Rechnungszinses notwendig wurde. Damit verbleibt ein Bilanzgewinn in Höhe von 41,5 Mio. Euro.

Der Kirchensteuerrat hat in seiner Sitzung im August 2015 über die Ergebnisverwendung beschlossen. Demnach werden aus dem Bilanzgewinn 20 Mio. Euro für den Kita-Sonderfonds verwendet, der den hohen Qualitätsstandard in den Einrichtungen sichert. Weitere 14,5 Mio. Euro erhalten die Kirchengemeinden als Sonderzuschläge zusätzlich zu den laufenden Zuweisungen. Schließlich wird der Caritas-Notfallfonds um 3,5 Mio. Euro aufgestockt.