Vorwort

Vorwort Den Glauben in der Welt zur Wirkung bringen

Kirche ist Teil der Gesellschaft. Sie agiert in der Lebenswirklichkeit der Menschen. Und wenn Gesellschaft sich wandelt, verändern sich auch die Anforderungen an die Kirche. Das Erzbistum Paderborn hat vor einigen Jahren einen breit angelegten Diskussionsprozess angestoßen, um dem notwendigen Wandel eine Richtung zu geben. Das Ergebnis ist das „Zukunftsbild für das Erzbistum Paderborn“, das Erzbischof Hans-Josef Becker 2014 in Kraft gesetzt hat. Die im Zukunftsbild festgelegten Leitlinien setzen auf die Teilhabe aller Getauften bei der Entwicklung und Gestaltung der künftigen seelsorgerischen und caritativen Aufgaben.

Wer gestalten will, braucht Einblick. Transparenz ist deshalb ein notwendiges Prinzip, um Teilhabe möglich und fruchtbar zu machen. Dazu gehört auch die Transparenz der Finanzen. Der vorliegende Finanzbericht für das Jahr 2014 gibt ausführlich Auskunft über die Finanzmittel des Erzbistums Paderborn. Er gibt Antworten auf die Fragen, woher das Geld kommt und wofür es ausgegeben wird. Denn die Gläubigen in unserem Erzbistum finanzieren mit ihren Kirchensteuerbeiträgen den weitaus größten Teil der Zuwendungen, die in die Seelsorge in den Kirchengemeinden, in caritative Einrichtungen, in Bildung und Erziehung sowie in Hilfsprogramme und Projekte der Weltkirche fließen. Dafür herzlichen Dank!

Der Bericht legt außerdem das Vermögen offen, das hinter den Leistungen der Kirche steht und sie langfristig möglich macht. Die Darstellung als Bilanz und Ergebnisrechnung folgt den Vorgaben, die das Handelsgesetzbuch für große Kapitalgesellschaften vorsieht, und trägt den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk eines unabhängigen Wirtschaftsprüfers. Der Bericht ist das Ergebnis eines großen Kraftakts: Das Erzbistum Paderborn hat seine Finanzverwaltung binnen eines Jahres von der kameralistischen auf die kaufmännische Rechnungslegung umgestellt und stellt diesen ersten Jahresabschluss der Öffentlichkeit vor.

Die Einhaltung allgemeiner Standards schafft Transparenz. Der Vergleich mit Kennzahlen von Wirtschaftsunternehmen hat allerdings enge Grenzen. Die Kirche ist kein Wirtschaftsunternehmen, und ihr Vermögen ist zum großen Teil an festgelegte Zwecke gebunden und nicht frei verfügbar. Der vorliegende Finanzbericht geht deshalb ausführlich auf die Besonderheiten ein, die bei der Betrachtung und Bewertung kirchlicher Finanzen zu berücksichtigen sind.

Neben Seelsorge und Caritas sind Bildung und Erziehung in unserem Erzbistum traditionell Schwerpunkte der kirchlichen Arbeit und damit auch der laufenden Aufwendungen. Deshalb räumt der Bericht beispielhaft den katholischen Schulen in Trägerschaft des Erzbistums Paderborn einen größeren Raum ein.

Das umfangreiche Kapitel zum Jahresabschluss bildet den Hauptteil des Finanzberichts. Zahlen allein geben indes wenig Auskunft darüber, welchen Verpflichtungen und Zweckbindungen das Vermögen des Erzbistums Paderborn unterliegt und wie groß der Gestaltungsspielraum ist, der kirchlicher Arbeit heute und in Zukunft zur Verfügung steht. Deshalb sind die Bilanz und die Ergebnisrechnung durch ausführliche Erläuterungen ergänzt.

Für uns wie für alle Gläubigen, die dazu ihren Beitrag leisten, gibt es bei der Bewertung der finanziellen Mittel und Vermögenswerte ausschließlich eine Perspektive: die Erfüllung des Auftrags, der aus unserem Glauben erwächst. Wir sind froh, dass das Erzbistum Paderborn die Mittel hat, um seinen Auftrag verlässlich zu erfüllen. Der umsichtige Einsatz der verfügbaren Mittel sichert auch in Zukunft die Unabhängigkeit der Kirche im Erzbistum Paderborn. So werden wir gemeinsam auch langfristig den Glauben sichtbar und wirksam gestalten können.

Paderborn, im September 2015

Alfons Hardt                Dirk Wummel
Generalvikar                Hauptabteilungsleiter Finanzen